Eisinger Flurnamen

Eisinger Flurnamen

 

Als kleines heimatkundliches Projekt habe ich über viele Jahre die Flurnamen von Eisingen zusammengetragen und nach der Herkunft und Bedeutung geforscht.

Über Ergänzungen oder auch Berichtigungen würde ich mich sehr freuen.

 

Altertheimer Graben

Altgreuth

Am Birknet

Am Ettersberg

Am Drittelmorgen

Am Gemeindeweg

Am gläsernen Baum

Am Guttsberg (Gützberg)

Am Hügel

Am Kalkofen

Am Laub

Am Laubenranken

Am Löchlein

Am Ludwigsstück

Am mittleren Boden

Am oberen Boden

Am Roth

Am Schindplatz

Am Stockacker

Am Tadelacker

Am Teufelskeller

Am (oberen) Tiegel

Am Tollbaum

Am Trieb

Am Wirtsgarten

Am Zeil, Zeil

Am Zeller Weg

An den Datschen

An der Aspe

An der Rausche

An den Feldnüssen

An der Landwehr

An der Waldbrunner Straße

Auf dem steinernen Weg

Auf der Höhe

Außenbach-Loch

Bidam

Bodenwiese

Büttelbrunner Pfad

Büttelbrunner Rain

Die herrschaftliche Wiese

Die Gottesäcker

Die Spitzäcker

Dompfarracker

Dornbuschrain

Drei Krautländer / In den Krautgärten

Dürre Eiche

Dürre Wiese

Erbacher Wiese

Frälisgrund / Fröhleinsgründlein

Gerchsheimer Wiese

Gereuth

Goldene Leite

Herrlesgraben

Herrschaftliche Wiese

Hirtendiel

Hirtenhölzlein

Hirtenhölzleinslänge

Hirtenhölzleinsloch

Hohe Eiche / Hohe Eichenlänge

Hollätscher Pfad

Hose

Im langen Roth

Im Laubenranken

Im Paradies

Im Sool / Am Sool

In der Bildlänge

In der Pfanne

Katzenpfädlein

Kirchenviertel

Kirchgärten / Kirschgarten

Königsbaum

Lehmgrube

Marterbild

Mehlen

Molkenbrünnlein / Molkenbrünnleins-Haupt

Neugreuth

Oberer Weinbergschlag

Oberer Mäusebach

Oberm Kister Weg

Pfannenwiese

Pfannenwöhr

Rehhecke (Verscharrplatz)

Rehweiße Äcker

Roth

Röthe

Sperleinsbaum

Steinäcker

Strassfeld

Tadeläcker

Tannenlänge

Tannenschlag

Ührleinsäcker

Unterer Boden

Waldbrunner Straße

Weinberg

Zeil

Zeller Weg

Ziegeläcker

Zwischen den zwei Gräben

 

 

 

 

Nachfolgend die mir bekannt gewordenen Deutungen der Flurnamen:

 

 

Altertheimer Graben - entstand Anfang des 18. Jahrhunderts, als bei einem fürchterlichen Unwetter mit wolkenbruchartigen Regenfällen ein sehr großer und tiefer Graben ausgeschwemmt wurde.

 

Am Birknet - auch Birgent genannt - früherer Laubwald mit hohem Birkenanteil

 

Am Drittelmorgen – kleine Parzelle von Drittelmorgengröße (altes Flächenmaß – ein Morgen entsprach etwa 2000 qm)

 

Am gläsernen Baum – Hier stand ein Birnbaum mit „Glasbirnen“

 

Am Güttsberg – war am Weg zum Gut Erbachshof

 

Am Kalkofen - Kalkbrennerei - betrieben bis mindestens 1880, Steinbrüche

 

Am Laub – war früher bewaldet

 

Am Ludwigsstück - genannt Lugenstück

 

Am Schindplatz - frühere Gerichtsstätte, auch gleich Vollzugsstätte

 

Am oberen Tiegel – hier soll früher eine Töpferei bestanden haben

 

Am Schildplatz – früher Verscharrplatz, für Tierkadaver, als hier noch Waldbestand war

 

Am Tannenschlag – früherer Tannenwald

 

Am Tollbaum - war Tollkirschenbaum- oder Strauch

 

Am Trieb – hier wurde das Vieh zur Weide in den Guttenberger Wald getrieben

 

 

Am Wirtsgarten - gehörte einem nicht mehr bekannten Eisinger Gastwirt; es befand sich dort

auch eine schwache Quelle, die im Sommer versiegte; weitere Deutung: wahrscheinlich aus Wurzgarten entstanden, weil auf diesen Wiesen die vielfältigsten Gräser und Kräuter wachsen

 

Am Zeil, Zeil, - schmale Geländemulde (Zeile)

 

An den Datschen - kommt von der Geländelage; mundartlich "hingedatscht"

 

An den Feldnüssen – hier stehen „heute“ noch Walnußbäume

 

An der Landwehr - in der Zeit nach Karl d.Gr. Graben ausgehoben als äußerster Wall zur Verteidigung von Würzburg - ist auch heute an manchen Stellen im Wald noch erkennbar. Hinter den Landwehrgräben war früher ein steinerner Wachturm, dessen Reste als Ruine noch Anfang des 20.Jahrhunderts erkennbar waren.

 

An der Rausche – von den Äckern hört man das Rauschen des angrenzenden Waldes

 

Außenbach-Loch - Bach an Kister Gemarkungsgrenze (durch Flurbereinigung drainiert)

 

Die Gottesäcker – früher im Besitz der Kirche

 

Dompfarräcker - diese Flurlage gehörte dem Bistum - war an Eisinger verpachtet, welche einen Teil des Ertrages an das Domkapitel abgeben mußten.

 

Frälisgrund / Fröhleinsgründlein - In dieser Flurlage sollen 7 "Weiber" das große Sterben im 30-jährigen Krieg überstanden haben. Der beste Ackerboden der Markung, „auf dem sich froh arbeiten lässt“ – ein Eisinger Sprichwort dazu: „man hat keinen Stein gefunden, um nach einem Hund zu schmeißen“

 

Gereuth – Rodung von ca. 1830

 

Herrlesgraben – durch die Pest war das Dorf fast ausgestorben, die alten Leute (Herrli) bebauten nur die nächstliegenden ……äcker (nicht lesbar), so auch die Äcker in dieser Talmulde

 

Hirtendiel – diente früher als Ödung, meist zum Aufenthalte der Viehherden

 

Hirtenhölzlein / Hirtenhölzleins-Loch - (tiefer Grund, Kahlschlag im Wald, viel Gras - durch Schäfer genutzt – wurde 1856 gerodet

 

Im Sool – von Suhle, feuchter Untergrund, vom Wild beliebte Suhlfläche

 

Im Paradies - Dort war so guter Boden, daß es hieß "man hat keinen Stein gefunden, um nach einem Hund zu werfen"

 

In der Bildlänge – hier stand früher ein sogenanntes Wetterkreuz

 

Goldene Leite - sonniger Hang mit gutem Boden

 

 

Im langen Roth - längliche Rodung

 

Im Laubenranken - Ranken = Rain, war leichter Abhang im Wald

 

Im Paradies - (Volksmund:Paradeis) - guter Boden, hohe Erträge - evtl. auch erste Anbaufläche von "Paradeisern" (alte Bezeichnung für Kartoffeln)

 

In der Bildlänge - in alter Zeit stand dort ein Bildstock (nicht der heutige).

 

In der Pfanne - dort befanden sich früher Steinbrüche

 

Kirchenviertel - diese Äcker waren im Gemeindebesitz, aber an die Kirche verpachtet; daneben lagen die Schuläcker - noch Lehrer Berninger betrieb dort Landwirtschaft

 

Kirchenviertel – hier lagen die Besoldungsäcker der Kirchenbediensteten

 

Krautgärten – hier lagen früher eine große Anzahl kleiner Beete, die zum Anbau von Gemüse verwendet wurden

 

Lehmgrube - Es handelte sich dort um den besten Lehm der in der Gemarkung zu finden war. Er hatte eine rötliche Färbung und war gleich gut zum Hausbauen wie zur Errichtung von Backöfen geeignet.

 

Marterbild - Ein Bürgermeister (Schultheiß) namens Petrus Stumpf soll dort 1729 auf dem Weg nach Würzburg auf „gräßliche" Weise erschlagen worden sein. (Andere Deutung - nicht so wahrscheinlich: ein Waldbrunner namens Roos soll dort im 15.-16.Jahrhdrt.ermordet worden sein.

 

Mehlen – mehliger Lehmboden

 

Molkenbrünnlein – hier entspringt eine Quelle

 

Oberer Weinbergschlag / Weinberg - Weinbau bis mind.1852 - Franz-Michael

Schmitt (Großvater von Georg Schmitt, Wiesengrundweg) hat damals vermutlich den letzten Weinberg abgetrieben.

 

Rehhecke – hier wurden früher Viehkadaver verscharrt

 

Röthe - Boden hat dort rötlichen Schimmer vom Bundsandstein

 

Sperleinsbaum - Obstacker mit Speierlingen = alte Obstsorte, wurde zur längeren Lagerhaltung dem Apfelmost in geringen Mengen zugesetzt; soll auch der Verbesserung des Stuhlganges dienen; auch als Dörrobst im Winter genutzt

 

Steinäcker - dort wurden schon in nur einen Meter Tiefe die schönsten Bruchsteine zum Bauen gefunden (sogar eine 40-er Bank", das sind Kernsteine mit 40 cm Dicke).

 

Straßfeld - neben der jetzigen Bundesstraße liegend - Straße wurde zu Zeiten der Besetzung durch Napoleons Truppen gebaut

 

Tadeläcker - schlechter Boden

 

Tannenlänge – hier stand früher Tannenwald

 

Ührleinsäcker – vermutlich nach einem Eigentümer namens Öhrlein

 

Verscharrplatz - verendetes Vieh wurde dort vergraben.

 

Zeller Weg – nächster Verbindungsweg nach Zell

 

Ziegeläcker – reiner Lehmboden, der früher zur Ziegelherstellung verwendet wurde

 

 

 

Die verschiedenen Flurlagen mit …reuth oder gereuth bezeichnen frühere Waldrodungsflächen.

 

 

Viele der Flurnamen finden sich – besonders seit der Zeit der Flurneuordnung nicht mehr in den Gemarkungsplänen oder sind auch schon länger nicht mehr im Gebrauch.

 

 

Quellen: Flurpläne der Gemarkung Eisingen, Flurnamenverzeichnis angefertigt 1938/39 durch den früheren Eisinger Schullehrer H. Hartung (aufbewahrt beim Verband für Orts- und Flurnamensforschung in ‚Bayern e.V. in München), sowie vielen Gesprächen mit Eisinger Bürgerinnen und Bürgern – darunter Altbürgermeister Erich Bender, Georg Schmitt (†) , Karl Rügemer sen. (†), Kiesel Richard (†)